Natürlich verhehlen wir nicht, dass auch wir uns einer ganz bestimmten Schule des so genannten tibetischen Buddhismus zugehörig fühlen, der Karma-Kagyü Schule. Was nicht heißt, dass wir nur Wert auf die Lehren und Aussagen aus diesem Zusammenhang legen. Ganz im Gegenteil. Wir sind überzeugt, dass jeder Lehrer, der die buddhistische Lehre von Liebe und Mitgefühl, Selbstverantwortung und Befreiung wiedergibt es wert ist, dargelegt zu werden. Jeder und Jede Person, der oder die Interesse am "Dharma" hat, ist bei uns herzlich willkommen. Jede/r mit einem Interesse an Meditation soll sich bei uns wohlfühlen dürfen. Wir werden unsere "Gesinnung" was unsere "Lehrer" betrifft, niemandem aufdrängen. Zwar haben wir Bilder von unseren Lehrern aber wir werden bei öffentlichen Meditationen darauf verzichten, uns auf sie zu beziehen. Die Methode, die wir anbieten ist die des ruhigen verweilens auf den Atem. Das einzige was wir bei den öffentlichen Meditationen machen ist jeweils ein so genanntes "Langlebensgebet" auf den Dalai Lama und den Karmapa.
Nach dieser Einleitung nun einige Absätze zum Oberhaupt unserer Schule.
Er ist so zu sagen der "Chef" der Karma-Kagyü Schule des tibetischen Buddhismus und die 17. Inkarnation der Karmapa Linie,
die im 11. Jahr- hundert in Tibet mit dem ersten Karmapa ihren Anfang
nahm. Alle unsere Lehrer beziehen sich auf ihn. Im Geo vom Januar 2010
gab es einen Artikel, den man hier im Internet finden kann:
Eine sehr enge Verbindung pflegt der junge 17. Karmapa
Urgyen Thrinley Dorje auch mit dem Dalai Lama, der ihm nach seiner
Flucht aus Tibet vor zehn Jahren ein kleines Kloster in der Nähe von
Dharamsala, seinem Wohnort, zur Verfügung gestellt hat und wo er seither
lebt und arbeitet. Im Bild rechts sieht man den Vorgänger, den 16.
Karmapa im vertrauten Gespräch mit dem Dalai Lama vor über 30 Jahren.
Die Schule der Karma-Kagyüs ist eine der vier Hauptschulen im tibetischen Buddhismus, deren Oberhaupt seine Heiligkeit der 17. Karmapa Orgyen Thrinley Dorje (Bild von J. Gierz) ist. Zurück geht diese Schule auf den großen Übersetzer Marpa, der im 11. Jahrhundert aus Indien die Lehren des Meisters Naropa brachte und in Tibet einführte. Marpas wichtigster Schüler Milarepa meisterte diese Lehren und hatte später wiederrum einige äußerst befähigte Schüler, darunter den Arzt Gampopa, der wieder Schüler an sich band. Anhand dieser Aufzählung von Lehrer-Schüler Verhältnissen zeigt sich sehr gut, was mit einer ununterbrochenen Übertragungslinie gemeint ist. Hiermit wurde gewährleistet, dass die Lehren unverfälscht weitergegeben werden konnten. Diese Übertragungslinie mit allen ihr angehörigen wichtigsten Lehrern ist im so genannten "Zufluchtsbaum" der Karma-Kagyü Schule dargestellt, der auch als eine Art Stammbaum gesehen werden kann. In diesem Baum sind neben den genannten Meistern auch alle nach dem Lehrer Gampopa folgenden Karmapas abgebildet. Der erste Karmapa Düsum Khyenpa (1110 - 1193) soll kurz vor seinem Tod seine Wiedergeburt vorausgesagt haben. Er war damit der erste Meditationsmeister überhaupt, der so etwas voraussagte und begründete damit auch die später in Tibet übliche Reinkarnationslinien, die unter anderem auch von den Dalai Lamas geführt wurden und heute beim 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso angelangt ist. Jeder weitere Karmapa, so sagt die Geschichte, legte im Folgenden klar dar, wo und wie er wiedergeboren, reinkarniert, würde.
Die nach dem ersten Karmapa folgenden 16 weiteren
Karmapas hatten zum Teil enormen Einfluss auf die Entwicklung des
Buddhismus nicht nur in Tibet, sondern auch auf die Mongolei und China.
Manche von ihnen wurden allerdings nicht sehr alt und hinterließen wenig
brauchbare Informationen. Etliche jedoch verfassten wichtige Kommentare
zu Meditationspraktiken und zu den Funktionen des Geistes wie der Achte
Karmapa Mikyö Dorje (1507 -1554) und insbesondere der neunte Karmapa
Wangchuk Dorje ((1556 - 1603), der sehr viele Meditationstechniken
beschrieb und lehrte.
Der letzte Karmapa vor dem jetzigen Urgyen Trinley Dorje, Rangjung Rigpe Dorje (1923 - 1981) sorgte nach seiner Flucht aus Tibet sehr dafür, dass sich die Lehren auch in den Westen ausbreitete. Er starb 1981 in einem Krankenhaus in den USA. Der medizinische Bericht über seine diversen Krankheiten, die er in der Klinik durchlebte, sein Tod und insbesondere sein meditativer Nachtodzustand sorgte damals für einigen Wirbel in der westlichen Presse und unter Wissenschaftlern. Beim Filmportal Youtube finden sich etliche originale Filme über diesen faszinierenden Meister der Meditation und sein Leben mit dem Titel "The Lions roar", allerdings auf Englisch. Hier der Link dazu: http://www.youtube.com/watch?v=ahhrqrvfBj4&feature=related