Ein Stupa ist ein Symbol für den Buddha und den Dharma.
Ursprünglich als eine Art Grabhügel für indische Könige wurden Stupas kurz nach
dem Tod des historischen Buddha angelegt, um Reliquien des verstorbenen in
ver- schiedenen Landesteilen Indiens aufzubewahren. Bekannt sind Stupas noch aus
der Zeit von Kaiser Ashoka, der im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung
über Indien herrschte und den Buddhismus zur Staatsreligion erhob.
Über die Jahrhunderte wurden die Stupas immer stärker zu
Symbolen der buddhistischen Lehre. Es gibt daher unterschiedliche Bauformen von
Stupas, je nachdem was sie symbolisieren sollen.
In unserem Garten steht der
Versuch eines so genannten „Erleuchtungsstupas“. Wie der Name schon sagt, symbolisiert er also die vollständige erleuchtete Natur des Geistes eines Buddha.
Wir haben uns beim Bau des Stupa so gut es ging nach traditionellen Vorgaben gerichtet. Dabei sind vier architektonische Elemente zu
erkennen, für die es unterschiedliche Bedeu- tungen gibt. Ursprünglich waren diese
wie folgt:
Die quadratische untere Plattform als Symbol steht für die
Gemeinschaft, die "Sangha". So gesehen die Basis des Buddhismus.
Die Lehre, Informationen und Methoden, die bis heute überliefert und angewendet werden, sind durch die Kugel dargestellt.
Die Reliquienkammer und die Spitze stehen für den voll- ständig erwachten Buddha selbst.
Gebaut haben wir den Stupa im Frühjahr 2009 über drei Monate hinweg. Eine schöne Arbeit war es. Im Mai 2009 machten wir dann mit Lama Yesche und 20 Freunden im Garten ein kleines Einweihungsfest.
Im tibetischen Buddhismus wurde die Symbolik noch wesentlich erweitert und der Bau des Stupas dementsprechend verfeinert. So zeigen die 13 Scheiben
oberhalb der Kugel die zehn Kräfte eines Buddha und die drei Arten der Achtsamkeit.
Der Mond zeigt die Beseitigung allen Leidens der Wesen durch Mitgefühl, die Sonne
steht für die Weisheit, die dieses Mitgefühl auch tatkräftig werden lässt. Der
Juwel oben an der Spitze symbolisiert die vollständige Erleuchtung eines Buddha
Auf einer weiteren Ebene kann der gesamte Stupa-Bau
auch als Symbol für den sitzen- den Buddha gesehen werden und zeigt den
erleuchteten Geist des Buddha selbst.
Deshalb gilt es schon als verdienstvoll, sich im Uhrzeigersinn um den Stupa herum zu bewegen, sprich, auf dem Weg um den Stupa herumzulaufen, ein, drei oder sieb- en Mal... Oder mehr, allerdings kann das bei den geringen Dimensionen unseres Stupas schnell zu einem gewissen Schw- indelgefühl kommen...
Gefüllt ist der Stupa in unserem Garten mit verschiedenen
Reliquien und gesegneten Gegenständen, die wir von unseren Lehrern erhalten haben.
Auch ein Stück Holz eines Mammutbaumes ist in der Mitte eingelassen. Freunde
haben ihnen wichtige Gegenstände beigefügt, in der Kammer befindet sich die Statue von Chenresig, dem Bodhisattva des unendlichen
Mitgefühls.
Gesegnet wurde der Stupa schließlich auch noch. Tenga Rinpoche selbst hat diese Aufgabe gern und aus- giebig übernommen als er im Mai 2010 zu Besuch war.
Zwar entspricht unser Stupa nicht ganz den traditionellen Formen, die man kennt, aber Rinpoche selbst meinte, er sei dennoch sehr gut gelun- gen.
Wir haben uns erlaubt, einige Eigenheiten in den Stupa zu
hinterlassen.
So sind in allen vier Wänden des mittleren Baukörpers
farbige Glasbau- steine eingelassen, die die vier Buddhas der vier
Him- melsrichtungen symbolisieren sollen.
- Im Osten Blau für
Buddha Akshobya.
- Im Süden Gelb für
Buddha Ratnasambava.
- Im Norden Grün für
Amogasiddhi. - Im Westen Rot für
Amitaba. Buddha
- Vairocana ist in der Mitte durch das Weiß des
Stupa selbst dargestellt.